Warum DICH der Mann im Rollstuhl zum Nachdenken bewegen wird!

Heute widme ich mich einem sehr ernsten Thema. Denn es ist ein Thema, dass uns alle betrifft und für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung ist. Inklusion anderer Menschen. Denn Inklusion bedeutet für mich auch Barierrefreiheit! Menschen, die aufgrund einer Behinderung ihr Leben anders meistern müssen, sollen mit Leichtigkeit Zug fahren, ihr Auto tanken, einen Kaffee in einem Kaffeehaus trinken können……

Ich muss gestehen ich habe mich zwar schon des Öfteren mit dieser Thematik beschäftigt, jedoch so klar und deutlich wie gestern war mir dieses Thema noch nie! Es hat mir in allen Fasern meines Körpers weh getan. Mir war es unglaublich unangenehm, was an der Tankstelle passierte!

Gestern. Ich war mit meinem Kleinen wieder einmal im Auto unterwegs. Wir waren auf dem Weg zu Oma und Opa und sangen fröhlich Lieder als ich bemerkte, dass der Tank fast leer war. Kein Problem, denn gleich um die Kurve befand sich eine Selbstbedienungstankstelle, bei welcher ich schon einige Male zuvor getankt hatte.

Ich fuhr also mit meinem Auto zu und parkte es neben der Zapfsäule. Schon beim Aussteigen sah ich einen Mann, der ebenfalls mit seinem Auto bei der anderen Zapfsäule parkte und mit seinem Rollstuhl vor der dazugehörigen Bedienungsstation stand. Ich beobachtete ihn einige Sekunden. Er hatte keine Unterschenkel mehr und versuchte in seinem Rollstuhl auf seinen Oberschenkel stehend die Bankomatkarte in die Station zu stecken. Doch die Station war zu hoch. Als ich schon meine Hilfe anbieten wollte, bat er mich darum. „Natürlich, gar kein Problem“, antwortete ich. Ich nahm seine Karte und steckte sie in den Automaten. Weiter las ich ihm jeden einzelnen Schritt vor und der Mann erklärte mir, was ich für ihn eingeben durfte. Dann las ich das letzte Feld auf dem Bildschirm laut vor: “ Geben sie den Pin ihrer Karte ein!“  Alles krampfte sich in mir zusammen. Wieso musste der Mann mir nun seinen GEHEIMEN Pin seiner Karte verraten, nur weil die Selbstbedienungstankstelle NICHT barierrefrei gebaut wurde.

Der Mann im Rollstuhl nannte mir ohne zu zögern seinen Geheim-Code. Nun konnte er endlich sein Auto alleine tanken. Er bedankte sich mehrere Male bei mir, was mir noch unangenehmer war, denn eigentlich sollte es im Jahr 2017 möglich sein, dass jeder Mensch sein Auto alleine tanken kann. OHNE die Hilfe eines anderen Menschen.

Voller Ärger und Trauer über dieses Erlebnis schrieb ich am Abend folgende E-Mail an das Unternehmen der besagten Selbstbedienungstankstelle:

e-mail.JPG1

Heute habe ich eine Antwort auf meine E-Mail erhalten, in welcher folgendes zu lesen stand:

e-mail

 

Die E-Mail des Mitarbeiters dieses Unternehmens ist zugegeben sehr höflich formuliert, jedoch bezweifel ich, dass sich in der Zukunft etwas an Selbstbedienungstankstellen ändern wird.

Trotzdem hoffe ich, dass ich mit der E-Mail und meinem Erlebnis viele Menschen und Unternehmen zum Nachdenken anregen kann.

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